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Martha ist knapp der Hinrichtung entkommen, weil Isaac die Schuld auf sich genommen hat. Doch damit ist der für sie wichtigste Mensch festgenommen worden und der Countdown im Todestrakt beginnt erneut. Die Chancen Isaac zu befreien sind verschwindend gering und auch Martha ist immer noch eine Zielscheibe. Haben sie überhaupt eine Chance sich gegen die Regierung und das korrupte System anzulegen?

Martha ist zwar frei, aber Isaac muss nun die gleichen Qualen erleiden wie sie und sie möchte ihn unbedingt befreien. Doch bald ist sie desillusioniert, denn sie wird bald wieder selbst zur Zielscheibe der Regierung und muss untertauchen. Was ich sehr schade fand, ist, dass Martha so absolut planlos ist. Ich kann verstehen, dass sie niemanden noch mehr in die Geschichte mir reinziehen will, aber auf der Parkbank zu übernachten und sich nur zu verstecken, befreit Isaac ja auch nicht.

Auch ihre Freunde werden aufs Korn genommen z.B. Eve, ihre psychologische Betreuerin. Interessant fand ich die Sicht des Regierungschefs. Er sitzt klar am längeren Hebel und ist sich dessen auch bewusst. Er hat schon die nächste perfide Maßnahme ins Leben gerufen, um noch mehr Kontrolle zu erhalten.

Es gibt wieder viele Einblicke in das Wahlsystem, mit dem jeder, der genug Geld hat, über Tod oder Leben per Sms, online oder via Telefon abstimmen kann. Die Show Death ist Justice trägt auch nicht zu einer neutralen Berichterstattung bei und ich bin erstaunt, dass niemand das so „innovative gerechte System“ wirklich in Frage stellt.

Isaac begleitet man als Leser ebenfalls durch die sieben Zellen. Er versucht sich seine Hoffnung zu bewahren, doch das ständige Alleinsein und der psychische Druck setzen ihm zu. Er tat mir sehr Leid. Das Ende gibt etwas Hoffnung, ist aber auch wieder ein sehr großer Cliffhanger.

Marthas Mission hat mich etwas enttäuscht. Das lag vor allem an Martha, die doch sehr orientierungslos wirkt. Ich konnte keine richtige Entwicklung bei ihr erkennen.

 

Rezension Marthas Widerstand