Cover: Luebbe One

Erschienen: März 2017
Ausgabe: Hardcover
Seiten: 447 Seiten
ISBN: 978-3-8466-0043-6
Buch: 16,00 EUR
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Martha ist 16 und des Mordes angeklagt. Ihr bleiben 7 Tage, in der sie von Zelle 1 bis zu Zelle 7 wandert; dann wird das Voting der Zuschauer ausgewertet und entschieden, ob sie schuldig ist und sterben muss oder unschuldig ist und freigelassen wird.
Doch Marthas Chancen stehen schlecht, denn sie gibt zu, ausgerechnet den allseits geliebten Wohltäter Pearce umgebracht zu haben. Eve, ihre psychologische Betreuerin, zweifelt an ihrer Schuld und ein verwirrendes Spiel mit der Zeit beginnt…
Ich war mir unsicher, wie mir Marthas Widerstand gefällt, doch auf Empfehlung habe ich das Buch nun gelesen und habe keine Seite bereut! Martha ist erst 16 und mit ihrer Mutter in völliger Armut aufgewachsen. Sie hat sich trotzdem immer durchgekämpft und ist zu einer starken Persönlichkeit heran gewachsen, die etwas verändern will. Doch nun ist sie wegen Mordes eingesperrt worden und in genau 7 Tagen entscheidet die Bevölkerung, ob sie leben oder sterben wird. 
Die Gräben in der Gesellschaft und zwischen Arm und Reich sind tief und das Rechtssystem thront über allem: Denn alle können darüber entscheiden, ob jemand schuldig ist oder nicht. Per Telefonvoting oder SMS oder Internet wird hier nicht über den neuen Superstar abgestimmt sondern über das Leben eines Menschen! Dieser Gedanke ist schon sehr erschreckend und der Realitätsbezug zu aktuellen Shows ist auf jeden Fall gegeben, denn auch „Death and Justice“ ist eine sehr inszenierte Show, die nichts mit neutraler Berichterstattung gemein hat. Während heutige Shows allerdings wegen dem Unterhaltungswert so gestaltet sind, wird hier über Schuld oder Unschuld eines Menschen entschieden OHNE Gerichtsverfahren oder Beweissammlung.
Man begleitet Martha von ihrem Weg von Zelle 1 zu Zelle 7, taucht tief in ihre Gedankenwelt ein, springt aber auch immer wieder in die Vergangenheit und erfährt, wie es zu ihrer vermeintlichen Tat kommen konnte. Martha steht für eine zerrissene ungerechte Gesellschaft. Auch ein junger Mann, nimmt eine wichtige Rolle im ganzen Geschehen ein und die zarte Liebe bietet einen schönen Gegenpol zu der sonst eher düsteren Handlung. Das Ende ist sehr aufsehenerregend und man möchte am Liebsten sofort weiter lesen!
Eine beklemmende Dystopie, in der jeder über Leben und Tod abstimmen kann. Marthas Geschichte hat mich in ihren Bann gezogen und sie ist noch nicht zu Ende erzählt. Im Februar erscheint Band 2!