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Coriolanus Snow lebt mit seiner Großmutter und Cousine in Panem. Der schreckliche Krieg gegen die Distrikte hat ihnen ihren Reichtum geraubt und Coriolanus tut alles, um seine Armut zu verschleiern und einen Studienplatz zu ergattern. Dieser würde ihnen den erneuten Aufstieg der Snows garantieren.

Umso demütigender ist es für ihn, als ihm als Mentor nur ein Mädchen aus Distrikt 12 zugewiesen wird. Doch Lucy Gray überrascht ihn mit ihrer klaren Stimme und ihre kämpferischen Art und Coriolanus beginnt zu hoffen, dass doch noch nicht alles verloren ist…

Ich war sehr gespannt auf Snows Geschichte und ob ich in ihm schon den grausamen Herrscher erkennen kann, der er werden wird. Coriolanus und seine Familie musste im Krieg viel durchmachen. Der Krieg hat sie gezeichnet, Hunger und Leid dominierten. Leider haben die Snows auch ihren Reichtum verloren und Coriolanus ist entschlossen, seiner Familie wieder zu Macht und Reichtum zu verhelfen.

Im Zentrum stehen die Hungerspiele, die bei weitem nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen und von vielen in den Distrikten nicht geschaut werden. Snow hat die große Ehre einer der ersten Mentoren zu werden und ein Tribut zu betreuen. Seine Freude hält allerdings nicht lange, denn er bekommt ausgerechnet Lucy Gray zugewiesen, ein Mädchen aus Distrikt 12.

Lucy Gray stammt aus einer Familie von Künstlern und eigentlich ziehen sie durch das komplette Land. Das ist innerhalb der Distrikte jedoch verboten. Ihre Bühnenpräsenz und ihre wunderschöne Singstimme kommen ihr zu Gute und auch sie scheut nicht davor zurück, zu betrügen, um ihr Leben zu schützen. Wenn es ums nackte Überleben in der Arena geht, finde ich das jedoch wesentlich verständlicher.

Schon von Beginn an ist in Snows Verhalten der unabdingbare Wunsch nach Macht spürbar und er ist auch jetzt schon bereit, zu betrügen oder zu lügen, um seine Ziele zu erreichen.

Einige andere Schüler sehen Coriolanus als wirklichen Freund an u.a. Sean, doch Coriolanus sieht nur die Vorteile, die ihm die Freundschaft bringt. Teilweise sieht er auch noch gemeinsame Momente als Kinder, doch dominierend sind immer die Vorteile, die ihn weiter bringen. Vordergründig findet er immer die richtigen Worte, doch seine Gedanken verraten seine wahren Absichten.

Tatsächlich entwickeln sich zwischen ihm und Lucy sogar zarte Gefühle und man glaubt kurzzeitig, dass es Hoffnung gibt. Lucy und Snow sind in Loyalität verbunden, durch ein gemeinsames Ziel die Spiele zu gewinnen, aber auch durch zarte Gefühle. Das Ende ist sehr gut gewählt, denn es ist einerseits recht offen, andererseits legt es den Grundstein für Snow, den zukünftigen Präsidenten.

Snows Werdegang fand ich spannend, ebenso den intensiven Einblick in seine Gedanken. Dennoch ist er ein ehrgeiziger Mann, der lügt, betrügt und über Leichen geht. Das macht ihn sehr unsympathisch.

Auch wenn der Krieg viel zu seinen Ängsten beigetragen hat, muss jeder seinen eigenen moralischen Kompass finden. Den hat Snow definitiv verloren.