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Die Belles sind der Inbegriff von Schönheit und haben eine besondere Gabe: Sie können Schönheit formen, sei es im Gesicht, am Körper oder an den Haaren. Modetrends bestimmen die Welt von Orléans und sind ein Milliardengeschäft. Camelia ist eine von fünf Belles ihrer Generation und hat einen großen Wunsch: Sie will die Favoritin im Königshaus werden! Sie ahnt nicht, dass hinter der ganzen Schönheit schreckliche Wahrheiten verbergen…

Die Welt der Belles und von ganz Orleans wird von Schönheit bestimmt. Denn die Menschen sind in ihrer natürlichen Erscheinung einfach nur grau. Deswegen setzen sie all ihr Geld für regelmäßige Behandlungen bei den Belles ein. Diese haben die besondere Gabe Haare, Körper und Gesicht zu formen und so Schönheit zu erschaffen. Diese Schönheit wird zum „Trend“ und Gesichter, Körperformen etc. werden fast so schnell und oft gewechselt wie ein Kleidungsstück.

Camelia ist wahnsinnig ehrgeizig und hat eine strenge Erziehung genossen. Sie hat ein Ziel vor Augen: Sie will unbedingt die Favoritin im Königshaus werden. Dafür muss sie jedoch ihre geliebten Schwestern mit ihrer Gabe und Kunst übertreffen. Camelia wirkt anfangs eher eindimensional und von ihrer ebenfalls einseitigen Erziehung geprägt. Man muss ihr jedoch zu Gute halten, dass sie sich im Laufe der Geschichte durchaus weiter entwickelt und merkt, dass Schönheit nicht alles ist.

Die Autorin neigt zu sehr ausschweifenden Beschreibungen der Umgebung und Schönheit der Räume, Personen, Kleidung etc. Ich gebe zu, dass ich diese ausladenden Beschreibungen irgendwann eher überflogen habe.

Die Handlung hatte für mich durchaus ihren Reiz, denn Camelia landet über Umwege tatsächlich im Palast. Doch was ihr immer als Traum von Schönheit erschienen ist, ist ein Milliardengeschäft, wo getrickst, geschummelt und erpresst wird. Dies weist durchaus Parallelen zur Schönheitsindustrie auf, die ja auch kritisiert wird, wenn es z.B. um das Gewicht von Models geht.

Einige zentrale Figuren sind Sophia, die Prinzessin, die ihre eigenen Ziele verfolgt, die für mich jedoch in ihrer Grausamkeit auch etwas eindimensional war. Auguste ist ein junger Mann, der an Camelia interessiert zu sein scheint, auch wenn dies unter Höchststrafe verboten ist. Rémy ist ihr Leibwächter mit dem Camelia versucht, eine Freundschaft aufzubauen. Ambra ist eine ihrer Schwester und ebenfalls eine sehr talentierte Belle. Von ihr hätte ich gerne mehr Einblicke bekommen. So wirkte ihr Handeln für mich ebenfalls nicht ganz schlüssig.

Insgesamt fand ich The Belles durchaus interessant, auch wenn die Autorin eine Neigung zu sehr ausschweifenden detaillierten Beschreibungen von z.B. Kleidern hat, die ich irgendwann eher überflogen habe. Die Kritik an dem Konzept „Schönheit ist alles“ ist durchaus vorhanden, hätte aber für mich gerade im Hinblick auf junge Leser durchaus noch deutlicher werden dürfen.