Kostenloses Exemplar, damit automatisch laut „die-medienanstalten“ Werbung. Dies hat keinen Einfluss auf den Inhalt meiner Rezension.

Zwanzig Jahre sind seit einem verheerenden Krieg vergangen. Die Systeme sind auf Grund von Hackerangriffen zusammengebrochen und überleben heißt die Devise. Der 16-Jährige Will sollte das Wunschkind seiner Eltern werden und wurde im Genlabor gezeugt, doch entsprach nicht den Erwartungen. Nun schlägt er sich mit illegalen Computerspielen durch bis er ins Visier der Genfirma gerät….

Der Roman spielt in Berlin. Will lebt im Untergrund und schlägt sich mit illegalen Computerspielen durch. Dort hat er sich mit seinem Team, den Jaguarkriegern, einen Namen gemacht.

Berlin selbst ist bis auf den elitären Sektor 1 ziemlich verwahrlost und zerstört. Die Autorin streift kurz das Thema und berichtet von einem anonymen Hackerangriff auf sensible Systeme und einer atomaren Katastrophe. Hier hätten mich mehr Hintergründe interessiert, viel mehr erfährt man allerdings nicht.

Will wurde in Genlabor gezeugt und von seinen Eltern auf Grund von Mängeln „zurückgegeben“. Das Verhalten der Firma wirkt sehr unseriös und sogar gefährlich. Will gerät ins Visier der Firma und muss fliehen. Die Idee der Genmanipulation ist sicherlich nicht neu, ich hätte mir auch hier gewünscht, dass die Autorin noch tiefer einsteigt und mehr Details über die Hintergründe liefert.

Mia kommt aus dem behüteten, reichen Sektor 1. Sie hat ein besonderes Talent für Musik und das Klavierspielen. Die beiden treffen sich eher zufällig und Will ist von Mias naiver Art teils genervt, teils fasziniert. Die Gefühle der beiden waren für mich nicht ganz nachvollziehbar bzw. auch einfach sehr schnell da.

Es gibt einen Hauptgegenspieler, dessen Sicht ab und zu eingenommen wird. Die Autorin hat es sich in meinen Augen recht einfach gemacht, denn sie rückt diese eine Person sehr in den Fokus und weniger die Genfirma an sich, was der Handlung wahrscheinlich mehr Komplexität gegeben hätte.

Die Autorin schreibt recht schnörkellos und klar. Ich fand die Schreibweise persönlich etwas nüchtern und sie hat nicht ganz meinen Geschmack getroffen.

Jaguarkrieger basiert auf interessanten Ideen und entführt den Leser in eine düstere Zukunft mitten nach Berlin. Es bleibt das Gefühl, dass die Autorin möglichst viele Themen unterbringen wollte ohne allzu sehr in die Tiefe zu gehen. Damit wurde meiner Meinung nach Potenzial verschenkt.