Cover: loewe

Erschienen: März 2017
Ausgabe: Hardcover
Seiten: 384 Seiten
ISBN: 978-3-7855-8369-2
Buch: 18,95 EUR
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Ich hatte geglaubt, Mörderin genannt zu werden und alles zu verlieren – meine Zukunft, meinen Freund, meine Freunde – wäre das Schlimmste, was mir passieren konnte. Aber ich habe mich getäuscht. Herauszufinden, dass sie recht haben? Herauszufinden, dass ich genau das bin?
Das ist noch viel schlimmer.

Davy musste ihr altes Leben hinter sich lassen und befindet sich auf der Flucht. Als Trägerin des „Mördergens“ HTS ist sie eine Ausgestoßene und ist mit ihren 3 Freunden nun auf dem Weg nach Mexico. Doch der Neuanfang gestaltet sich schwierig: Sie werden weiterhin gejagt und Davy kann einfach nicht vergessen, was sie tun musste: Jemanden töten.

Teil 2 setzt da an, wo Teil 1 geendet hat, nämlich bei der Flucht von Davy, Sean und ihren beiden Freunden. Davy hat sich sehr stark verändert und das Leben im Lager und ihre Taten haben sie sehr geprägt. Ihre Beziehung zu Sean leidet, denn sie wird von schweren Schuldgefühlen verfolgt und sieht immer wieder den Mann vor sich, den sie töten musste, um Seans Leben zu retten.
Dieser zweite Teil ist doch sehr anders. Ich glaube, mir kommt zu Gute, dass es schon länger her ist, als ich Teil 1 gelesen habe und mich so nun auch gut auf die zweite Hälfte von Davys Geschichte einlassen konnte. 
Davy wird bei der Flucht von den anderen getrennt und landet bei einer Widerstandsbewegung. Hier trifft sie auch Caden, einen der Anführer der Zelle, und plötzlich lodern Gefühle in ihr hoch, die sie so nicht erwartet hat und auch gar nicht haben möchte. Davy traut weiterhin niemandem und dieses Misstrauen ist auch durchaus berechtigt, denn sie muss mehr als einmal um ihr Leben fürchten. So ist dieser zweite Teil sehr actionreich und es gibt immer wieder interessante Wendungen. Am meisten hat mich jedoch Davys Kampf mit sich selbst gefesselt. Sie hat sich vollkommen verschlossen und ist so gar nicht mehr mit dem Mädchen zu vergleichen, welches man ganz am Anfang der Geschichte kennen gelernt hat.
Zwischendurch gibt es immer wieder kleine Einblicke in das Gesamtgeschehen rund um die Mördergen-Träger. Es gibt z.B. kurze Zeitungsberichte, einen Notruf einer Frau, ein Gespräch zwischen dem Präsidenten und seinem Berater. Sie zeigen, wie sich die Gesamtsituation entwickelt. Das fand ich stilistisch sehr schön, trotzdem hat mich am Ende die „Gesamtauflösung“ nicht ganz überzeugt. Das ging dann doch etwas zu schnell und Meinungen haben sich doch sehr plötzlich geändert. Liebestechnisch gibt es übrigens auch ein Happy End, was mir wiederum gut gefallen hat, weil es sehr glaubwürdig war.
Für mich ein runder Abschluss von Davys Geschichte mit kleinen Schwächen, welcher mit gut unterhalten hat.