Nach langer Zeit möchte ich mal wieder einen Gedankenkarussel Beitrag veröffentlichen. Dieses Mal geht es mir um den Austausch mit Autor*innen.

Bild von StartupStockPhotos auf Pixabay 

Autor*innen sind nur einen Klick entfernt

Schon als Facebook noch die Hauptplattform war, hatten und haben viele Autor*innen ein Profil, auf dem man kommentieren und über das man sie anschreiben kann. Als Leser*in und Blogger*in finde ich das natürlich großartig, denn es gibt mir die Möglichkeit in Austausch mit denjenigen zu gehen, deren Werk mich beschäftigt und begeistert.

Durch Instagram habe ich das Gefühl sind noch mehr „Schranken“ gefallen. Man kann die Autor*in mal schnell in der Story oder Post verlinken oder ihr eine DM schreiben und erwartet dann oft auch eine schnelle Reaktion, zumindest auf die DM.

Der Tonfall machts

Was das für den Autor*in bedeuten kann, dazu habe ich einige Autor*innen angeschrieben. Oft ist es so, dass einige Stunden pro Tag für das Beantworten der Nachrichten aufgewendet werden, denn es gibt erstmal seeehr viele Nachrichten und anstatt zu schreiben ist der Autor*in plötzlich hauptsächlich damit beschäftigt DMs zu beantworten. Ava Reed und auch andere Autor*innen haben frei heraus gesagt, dass sie den Austausch mit ihren Fans sehr sehr schätzen, aber damit kommen wir auch zu Punkt 2: Was sind denn das für Nachrichten, die Autor*innen erhalten?

Viele Nachrichten sind sicherlich toll und man freut sich, wenn man mit „seinem“ Buch Leser*innen begeistern kann. Das motiviert sehr! Einige Nachrichten finde ich vom Wert her allerdings „schwierig“ und wenig wertschätzend. Wenn jemand schreibt „Lese gerade dein Buch. Bis jetzt gefällt es mir nicht so. Vielleicht wird es noch besser“ frage ich mich schon, was das demjenigen/derjenigen bringt, die das dem Autor*in schreibt bzw. was der Empfänger*in daraus herausziehen soll. Aus solch einem Feedback kann niemand etwas mitnehmen. Und was um Himmels Willen soll ein*e Autor*in darauf antworten?

Außerdem stelle ich mir gerade vor, wie ich einfach zu einer fremden Person auf der Straße gehe und ihr ins Gesicht sage „Ich habe bei dir im Geschäft eines deiner selbstdesignen Kleidungsstücke gekauft. Das taugt wohl nichts, aber vielleicht gefällts mir irgendwann noch.“ Würde man wohl eher auch nicht tun 🙂

Bei Ada gibt es dazu auch einen sehr aktuellen Instagram Post und Nachrichten, die mich sprachlos machen. Mit ihrem Einverständnis hier ein Screenshot einer dieser Nachrichten:

Quelle: Instagram, mit Genehmigung von its.me.the.reading.fox

Manchmal habe ich einfach das Gefühl, das Internet macht sehr anonym und man vergisst: Was im realen Leben unhöflich ist, ist auch im Netz unhöflich. Und wenn es richtiggehend beleidigend wird, hört es finde ich ganz auf.

Verlinkung von Autor*innen bei Rezensionen

Zusätzlich gab es dazu noch die Diskussion über die Verlinkung von Autor*innen bei negativen Rezensionen. Ich muss gestehen, dass ich das anfangs auch gemacht habe.

Aber warum eigentlich? Der/Die Autor*in weiß, dass sie mit ihrem Werk nicht alle Leser*innen begeistern kann und wird sich sicherlich auch immer mal wieder mit Kritikpunkten auseinander setzen. Aber dann, wenn es passt und vielleicht nicht, wenn der Abgabetermin kurz bevorsteht und man nicht drei Mal hören möchte, wie blöd doch die eigenen Bücher sind.

Und nun?

Was man nun aus dem Artikel mitnehmen kann? Einfach die Grundregeln der Kommunikation: Höflich und freundlich sein und einfach mal kurz nachdenken, ob das, was man gerade schreibt gut begründet, sachlich und freundlich ist. 🙂