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Ratgeber für Mädchen ab 13 Jahren. Mit jeder Menge Listicles, Tipps und Porträts von Vorbildern.

Hast du dich schon mal gewundert, warum es Regeln gibt, die scheinbar nur für Mädchen gelten? Willst du gerne mehr über Bodyshaming, Selfcare und Gleichberechtigung erfahren? Findest du Mädchen und Frauen, die ihr eigenes Ding durchziehen, spannend? Dann bist du hier genau richtig!

Mit Kurzporträts von historischen und aktuellen Vorbildern, Checklisten und Anleitungen (Wie erkenne ich alltäglichen Sexismus? Wie kann ich dem Konsum-Wahnsinn entkommen?) und Einblicke in die Welt der Jungen. (Klappentext)

Ich habe überraschend das wirklich schön aufgemachte „How to be a girl“ zugeschickt bekommen. Das Buch richtet sich an junge Mädchen ab 13 Jahren und soll sie zum Nachdenken anregen, was es bedeutet oder eben auch nicht bedeutet, ein Mädchen zu sein.

Die Autorin ist 30 Jahre alt und hat das Buch in 5 große Kapitel eingeteilt, über eine Einführung, den weiblichen Körper, Emanzipation, aber auch das Thema „Stand up, speak up“. Nun bin ich mit 35 Jahren *hust* nicht wirklich die Zielgruppe des Buches.

Die Autorin spricht viele Themen an, die sicherlich richtig und wichtig sind, Klischees, die Frauen und Mädchen anhaften, wie z.B. Mädchen haben pink zu mögen und sind vom Wesen freundlich und ruhig und dürfen nicht zickig sein. Sie widmet sich auch dem Thema Sexualität und deren Vielfalt und dem Thema Ungerechtigkeiten in Form von Belästigungen, sexueller Diffamierung etc., was ich ein sehr wichtiges Kapitel fand.

Besonders gut hat mir gefallen, dass immer wieder Porträts bekannter Frauen  dazwischen geschaltet sind. Es wird kurz erzählt, für was sie sich eingesetzt haben, ihr Motto und wann sie gelebt haben. Das hat mich besonders angesprochen.

Auch das Thema Emanzipation und wie kurz wir wirklich erst ein freies Wahlrecht haben (1918), haben mich ehrlich gesagt schockiert! Erst ab 1977 müssen Frauen ihren Mann nicht mehr um Erlaubnis fragen, wenn sie erwerbstätig sein wollen!!! Und auch heute ist sicherlich nicht alles Gold, was glänzt.

Ich finde es aber schwierig zu sagen, wir brauchen in Unternehmen eine Frauenquote (gibt es schon in einigen DAX-Konzernen) oder im deutschen Bundestag sitzen zu wenig Frauen (rund 30 %). Liegt es daran, dass Männer wirklich „bevorzugt“ werden oder evtl. daran, dass sich z.B. nicht genug Frauen für bestimmte Berufe bewerben bzw. zu Gunsten von Familie auf eine Karriere auf Vorstandsebene (freiwillig) verzichten? Die reinen Zahlen sind mir hier zu eindimensional.

Ich bin auch unsicher, wie der Schreibstil bei der Zielgruppe ankommt. Ich persönlich hätte mir ein paar mehr Bilder gewünscht. Wenn es z.B. darum geht, wie die Werbeindustrie schummelt, um den „Idealtyp“ Frau hinzuretuschieren, sagen Bilder mehr als Worte. Auch werden wahnsinnig viele Themen angesprochen, mir persönlich hat ein bisschen ein roter Faden gefehlt.

Die 30-Jährige Autorin spricht viele Themen an, die junge Mädchen bewegen und die wichtig sind. Sie versucht, viele Alltagssituationen zu beschreiben und aufzuzeigen, was daran nicht OK ist und wie man richtig mit brenzligen Situationen z.B. Belästigung umgeht. Die Hauptbotschaft, die mich erreicht hat: Sei so wie du bist und genau so bist du OK. 

Da ich absolut altersmäßig nicht der Zielgruppe entspreche, möchte ich auf eine Sternebewertung verzichten.