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Erschienen: März 2018
Seiten: 368 Seiten
ISBN: 978-3-522-20241-1
Buch: 18,00 EUR (Hardcover)
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Hannah ist recht bodenständig und hatte noch nie einen Freund, aber Jan, der Neue, lässt ihr Herz höher schlagen. Doch er scheint sie nicht richtig wahrzunehmen und nicht viel von ihr zu halten. Dennoch läuft sie ihm häufiger über den Weg und Jans Verhalten ihr gegenüber scheint sich zu wandeln. Doch parallel hat Hannah noch mit ganz anderen Problemen zu kämpfen: sie scheint plötzlich eine besondere Gabe zu entwickeln…

 

Das Buch ist eine Romantasy ab 13 Jahren und der Schreibstil ist sehr geradlinig, was mir gut gefallen hat. Hannah ist eine recht selbstbewusste junge Frau, die jedoch noch nie verliebt war. Sie hat 3 gute Freundinnen, mit denen sie oft etwas unternimmt und wie jeder Teenager feiert sie gerne und macht auch manchmal Blödsinn. Dabei sind Jungs natürlich ein wichtiges Thema.

„Die Gabe“ wird sehr langsam eingeführt und es dauert, bis Hannah sie erforscht und mehr darüber erfährt. Interessant fand ich die Gewissenskonflikte, in die Hannah gerät und die sie manchmal moralisch fragwürdig löst. Dabei macht die Autorin jedoch auch immer deutlich, dass Hannah sich jetzt nicht richtig verhält, was ich gerade für jüngere Leserinnen wichtig finde.

Was mir Kopfzerbrechen bereitet ist Jan. Die erste Hälfte ist er absolut distanziert und unsympathisch. Dann passiert etwas, was ich ganz schrecklich finde und ich fand es dann mehr als fragwürdig, dass sich Hannah trotzdem noch mit ihm abgibt, ja sogar seine Freundschaft und mehr sucht. Das finde ich einfach die falsche Botschaft für junge Frauen und hinterlässt das falsche Bild von Beziehungen.

Ich habe noch ein paar Theorien, da Jans Verhalten doch sehr wechselhaft ist und überlege, ob da noch eine weitere Person ihre Finger im Spiel hat. Da ich jedoch nicht weiß, ob das stimmt und die Autorin das auch in Band 1 nicht auflöst, finde ich die Botschaft so erstmal gefährlich, gerade für junge Leserinnen!!!

Das Ende wiederum war sehr spannend und relativ offen und rückt auch einige Dinge wieder gerade. Trotzdem bliebt Hannahs Verhalten bestehen, ebenso Jans. Ich kann leider nicht mehr ins Detail gehen ohne gnadenlos zu spoilern.

Aura beginnt langsam, steigert sich dann aber langsam. Natürlich stehen auch die üblichen Teenager-Probleme im Vordergrund, doch die Autorin versteht es, Spannung aufzubauen und ihre Zielgruppe abzuholen. Wer leider so gar nicht geht ist Jan, der männliche Protagonist. Sein unmögliches Verhalten macht es mir schwierig, eine Bewertung abzugeben und ich finde, es wird ein falsches Bild einer Beziehung vermittelt.