Erschienen: November 2017
Ausgabe: ebook 
Seiten: 290 Seiten 
Buch: 3,99 EUR 
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Milans Welt ist in Ordnung bis der 18-Jährige auf tragische Weise seine beste Freundin Jo verliert. Die Schuld sitzt tief. Als ihm plötzlich ein weißer Wellensittich zufliegt, scheint das intelligente Tier seinen eigenen Kopf zu besitzen und führt ihn zum Zirkus Salto.
Dort taucht Milan in eine völlig neue, teils fast magisch wirkende, Welt ein und lernt die schöne Trapezkünstlerin Julie besser kennen. Doch liegt das Glück für ihn wirklich im Zirkus?

Der Einstieg in das Buch ist recht dramatisch, denn der 18-Jährige Milan muss einen schweren Verlust hinnehmen und dadurch gerät sein Leben völlig aus den Fugen. Er gibt sich die Schuld an dem Unfall und verfällt in Depressionen aus denen es keinen Ausweg zu geben scheint.


Erst als ihm ein weißer Wellensittich zufliegt, scheint Milans Leben eine positive Wendung zu nehmen. Denn durch ihn trifft er auf Julie und den Zirkus Salto, der ihn herzlich aufnimmt. Er beschließt, sein Leben von Grund auf zu ändern und mit dem Zirkus mitzureisen, wo er seit langer Zeit wieder freier atmen kann.

Das Konzept, welches Mira Valentin hier verfolgt, fand ich interessant. In diesem Fall sind einige Tiere sogenannte Seelentiere, wie auch der Wellensittich von Milan. Sie erkennen, in wem noch Magie wohnt und wer sich komplett ans System angepasst hat. Die Autorin ist hier durchaus sehr gesellschaftskritisch wie ich finde. Der Zirkus stellt eine Art magische Blase gegenüber der Außenwelt dar, die doch sehr konform und eintönig ist. Hier leben die Menschen nach festgelegten Mustern, aus denen sie auch nie ausbrechen. Diese Farblosigkeit ist es auch, die Milan fast in die Knie zwingt.

Für mich war jedoch die Abgrenzung nicht ganz klar: Einerseits wird Milan von schweren Schuldgefühlen geplagt, andererseits ist es angeblich das System, was alle vernichtet und die Angst, Risiken einzugehen. Für mich schwang sehr viel zwischen den Zeilen mit, was manchmal nicht klar abgrenzbar war. Dennoch fand ich die Gesamtbotschaft schön: Sich eben nicht in seinem Alltag „auszuruhen“ sondern auch mal was zu wagen und ein Abenteuer zu erleben.

Die Charaktere fand ich vielseitig und interessant. Julie ist eine klare Draufgängerin, die sich jedoch überhaupt nicht mit ihrer Mutter versteht. Dann gibt es noch den Tigerdompteur, der sich bei jedem Auftritt seinen Ängsten stellt und die Schlangenfrau, die den Richtigen noch nicht gefunden hat. Das Zirkusleben wurde sowohl mit seinen positiven als auch negativen Seiten gut von der Autorin beleuchtet und dargestellt.

Ein sehr tiefsinnige, nachdenklich machende Geschichte über das Leben und was man bereit ist zu riskieren, welches aber auch schöne Einblicke in das Zirkusleben mit seinen Höhen und Tiefen gibt.