Neben allerlei Plaudereien hat es mich ja schon interessiert, wie genau ein Buch entsteht, wie lange das dauert und was es kostet. Martina vom Sieben Verlag hat bei meinem Besuch vor Ort auch ganz geduldig alle Fragen beantwortet 🙂


Plaudern aus dem
Verlags-Nähkästchen – die Entstehung eines Buches:

Oft macht man sich
als Leser Gedanken, wie sich der Preis eines Buches zusammensetzt und von
welchen Faktoren dieser abhängt. Hier fließen u.a. Kosten von
Lektorat/Korrektorat, Covergestaltung, Fixkosten in Form von Gehältern/Miete
etc., Lizenzkosten, Vertrieb und Druckkosten und natürlich der Verdienst des
Autors mit ein.
Dabei bekommt der
Handel 50 %, große Händler wie Amazon sogar 55 %. Beim Verlag selbst verbleibt
nur ein Gewinn von 1-3 EUR.
Das hat mich schon sehr erstaunt, vor allem dass der Handel dann doch eine so
große Prozentzahl „abgreift“!

Auch das etwas
größere Format, welches die Sieben Verlags Bücher haben, hat mich interessiert,
denn oft meinen neue Leser fälschlicherweise, die Sieben Verlags Bücher hätten
keine besonders hohe Seitenzahl, weil sie so schmal wirken.

Das schmale Format
hat einen ganz praktischen Grund: Die Druckkosten im Digitaldruck werden nach
Seitenzahl berechnet. Wählt man ein etwas größeres Format, spart man hier,
ansonsten könnte der Preis für die gedruckten Bücher des Sieben Verlags nicht
gehalten werden.

Ich finde das Format außerdem praktisch, denn so kann man viel mehr Bücher im
Regal unterbringen 🙂

Doch wie lange dauert
es vom eingereichten Manuskript bis zum fertigen Buch im Handel?

Hier vergehen bei einem kleineren flexiblen Verlag wie dem Sieben Verlag rund
4-5 Monate. Was mich schon überrascht hat: Die jetzigen Titel der
„großen“ Verlage wurden von diesen vor ca. 2 Jahren eingekauft!!! Das
heißt, der „Trend“ new/young adult ist etwas, was schon vor rund 2
Jahren bei den Verlagen feststand und von dem jetzt „nur noch“ der
Leser überzeugt werden müssen.

Plaudern aus dem
Verlags-Nähkästchen – Manuskripte:

Natürlich bekommen
Martina, Antje und Sinja jede Menge Manuskripte zugeschickt. Schon das Exposé
muss die Mädels überzeugen und natürlich auch der Schreibstil. Logikfehler in
der Story sind natürlich ebenfalls sehr ungünstig.
Was besonders wichtig ist: Das Happy End! Ach ja und die Protagonisten sollten
auch überzeugen. Antje hat es sehr gut auf den Punkt gebracht: „Wenn der
Held eine Lusche ist, kommt er nicht ins Buch!“

Auch absolute NoGos sollten die Bücher nicht enthalten: Wer möchte in einem
romantischen Liebesroman schon etwas von einer Vergewaltigung lesen?
Die Mädels gucken
sich auch die Rezensionen zu ihren Büchern an und schauen, ob es gewisse Punkte
gibt, die oft gelobt oder kritisiert werden, um bei neuen Manuskripten
besonders auf diese Punkte zu achten
Bild: Arbeitsplatz von Martina

Es wird noch einen weiteren Bericht über meinen Besuch beim Sieben Verlag geben!


Hier geht`s zum ersten Bericht!