Cover: carlsen

Erschienen: Mai 2015
Ausgabe: Hardcover
Seiten: 512 Seiten
ISBN: 978-3-551-58326-0Buch: 19,99 EUR
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Mare ist eine „Rote“, denn in ihren Adern fließt rotes Blut. Damit gehört sie automatisch zum benachteiligten Teil der Bevölkerung, denn die herrschende Elite sind die „Silbernen“. Sie haben auch übernatürliche Kräfte, können sich z.B. sehr schnell bewegen (Huscher) oder haben sehr viel Kraft.

Mares Leben wird komplett auf den Kopf gestellt, als sie eine Stelle in der Sommerresidenz des Königs erhält und mitten in eine Kampfarena in tödliche Gefahr gerät. Dann geschieht das Unfassbare: Mare kann Stromblitze ausstoßen und kann sich so vor Tausenden von Zuschauern retten. Kurzerhand gibt der König sie als verschollen geglaubte Silber-Adlige aus, denn als Rote darf sie keine Kräfte haben. Und so gerät Mare in einen Moloch aus Verrat und Gier…Sie versucht zu überleben und gleichzeitig den roten Widerstand zu stärken…

Die rote Königin ist eine großartige komplexe Dystopie, bei der wir mit Mare zusammen in eine Welt aus Verrat und Gier hineingeworfen werden. Denn die Welt der Silbernen ist alles andere als großartig. Es herrschen viele Intrigen und Mare muss alles daran setzten, dabei nicht unter die Räder zu kommen. Die Autorin präsentiert eine Gesellschaftsstruktur, die aus verschiedenen Häusern/Familien besteht und die ebenfalls bestimmte Kräfte repräsentieren. 


Im Palast begegnet sie auch den beiden Prinzen Cal und Maven. Mit Maven wird sie sogar verlobt. Beide Prinzen lassen ihr Herz auf verschiedene Weise höher schlagen: Während Maven als jüngerer Sohn der perfekte Diplomat ist, ist Cal der Kämpfer und zum Herrschen erzogen worden, denn er ist der Thronfolger. Mit diesen beiden Charakteren erhöht die Autorin den Einsatz, denn nun ist nicht nur Mares Leben in Gefahr sondern auch ihr Herz. 

Mares Engagement für den Widerstand lässt sie immer auf Messers Schneide balancieren und man versucht in dem Intrigenspiel zu verstehen, wer auf welcher Seite steht. Das sorgt für durchgehend viel Spannung, wobei Mare versucht, sich selbst treu zu bleiben. Dabei ist Mare keinesfalls eine typische Heldin sondern sogar eher das schwarze Schaf der Familie. Sie macht für mich jedoch eine tolle Wandlung durch!

Die Unterscheidung zwischen rotem und silbernen Blut sorgt hier genauso für eine Trennung der Gesellschaft wie damals zwischen schwarzer und weißer Hautfarbe und ich persönlich finde die Idee sehr genial und realitätsnah. Das Ende hat mich noch mal richtig von den Socken gehauen, denn die Autorin präsentiert eine Wendung mit der ich absolut nicht gerechnet habe.

Die rote Königin ist eine großartige Dystopie, bei dem man in Mares Welt eintaucht, die sich nach der Farbe des Blutes richtet. Der Satz „Jeder kann jeden verraten“ wird zum Leitbild für Mare und zu einer bitteren Wahrheit, der sie sich stellen muss, als sie alles daran setzt, den roten Widerstand zum Erfolg zu führen.