Cover: Knaur

Erschienen: September 2016
Ausgabe: Taschenbuch
Seiten: 368 Seiten
ISBN: 978-3-426-51676-8
Buch: 9,99 EUR
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Gwen hatte das riesige Glück ein Spenderherz zu bekommen und ihre Transplantation ohne Probleme hinter sich zu bekommen. Doch Sätze wie „Du hast Glück gehabt“ stürzen Gwen in tiefe Verzweiflung. Sie wird von schlimmen Albträumen geplagt und fühlt sich von allen Seiten unter Druck gesetzt. Schließlich entschließt sie sich in ihrer Verzweiflung zu einem radikalen Schritt und postet in einem einschlägen Forum „Herz zu verschenken“.

Forummoderator Noah traut seinen Augen nicht, als er den Beitrag entdeckt und hält ihn für eine Fake. Doch durch seine sarkastische Antwort ermutigt, steht Gwen mitten in der Nacht plötzlich vor Noahs Tür…

In „Die Tage, die ich die verspreche“ greift Lily Oliver ein sensibles Thema auf: Das Thema Herztransplantationen und Depressionen. Gwen geht es nicht gut. Sie hat länger auf eine Herztransplantation warten müssen ohne zu wissen, ob es wirklich klappt. Und als es dann endlich so weit ist und die Transplantation erfolgreich verlaufen ist, fällt es Gwen schwer, in die Zukunft zu schauen.


Die Autorin erzählt sehr einfühlsam und nachvollziehbar, wie es Gwen geht und was sie zu ihren Handlungen treibt. Dabei plagen Gwen u.a. schwere Schuldgefühle gegenüber dem toten Spender und seinen trauernden Angehörigen und sie fasst einen verzweifelten Entschluss: Sie möchte ihr Herz einem anderen Spender schenken.

Noah betreibt mit viel Zeiteinsatz ein Forum, in dem sich Erkrankte von Herzkrankheiten und ihre Angehörigen austauschen können. Ansonsten hängt er ziemlich in der Luft. Sein BWL-Studium macht ihn nicht glücklich und seine Freundin hat ihn betrogen und ist mit ihrem neuen Freund auf und davon. Gwens Aufruf „Herz zu verschenken“ hält er erst für einen bitteren Scherz bis er den Ernst der Lage erkennt.

Die Autorin hat es gut geschafft, Noahs Rolle auszufüllen. Noah möchte Gwen helfen und ihr neuen Lebensmut geben. Alleine wäre das unglaubwürdig gewesen, doch Noah sucht Rat bei einem befreundeten Psychiater, der ihm zumindest aus der Ferne hilft. Auch die zarten Gefühle, die sich zwischen den beiden entwickeln, hat die Autorin einfühlsam und glaubhaft beschrieben. Das Ende war rund, kam dann aber für mich einen Tick zu schnell, hat mich aber zufrieden zurück gelassen.

Gefühlvolle Liebesgeschichte, die unter ganz besonderen Umständen entsteht und somit wohltuend hervorsticht.