Cover: cbj

Erschienen: September 2015
Ausgabe: Taschenbuch
Seiten: 480 Seiten
ISBN: 978-3-570-40286-3
Buch: 9,99 EUR
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Glory und Lucas könnten unterschiedlicher nicht sein: Glory stammt aus einer Hexenfamilie und wartet sehnsüchtig darauf, dass sie auch bald ihre Kräfte, ihr Fae, bekommt. Ihre Familie schlägt sich mit kleinen Gaunereien und Diebstählen durch.
Lucas entstammt einer privilegierten Familie und einer langen Reihe von Hexen-Inquisatoren. Entsprechend ist es sein größter Wunsch, nach seinem Schulabschluss für die Inquisition zu arbeiten. Doch dann erwacht völlig überraschend auch in ihm das Fae und Lucas wird zur Hexe. Um sich vor der Inquisition zu beweisen, nimmt er einen gefährlichen Undercover-Auftrag an, bei den ihn ausgerechnet Glory unterstützen soll…

Die Geschichte wird abwechselnd aus Lucas und Glorys Sicht erzählt. Man bekommt nach und nach ein Bild der alternativen Welt, welche die Autorin hier geschaffen hat und in der sich Hexen und Inquisition zwar nicht als Feinde gegenüber stehen, aber Hexen doch ziemlich unterdrückt werden. Sie müssen sich „registrieren“ und werden im schlimmsten Fall tatsächlich noch auf einer Art modernem Scheiterhaufen verbrannt.

Glory hat eine ziemlich große Klappe und diese braucht sie auch, um Zuhause gegen die anderen Mitglieder des Zirkels bestehen zu können. Ihr größter Wunsch seit dem Verschwinden ihrer Mutter ist das Erwachen ihres Fae, welches sie zur Hexe macht. Lucas Vater ist der Groß-Inquisitor und Lucas möchte ebenfalls unbedingt für die Inquisition arbeiten, denn seine Mutter wurde von Hexen getötet. Sein Leben wird komplett auf den Kopf gestellt, als er selbst zur Hexe wird. 

Die Handlung nimmt mit dem Undercover-Auftrag von Lucas eine komplette Wendung, denn hier trifft er auf Glory und beide müssen sich ihren Vorurteilen stellen und sie entweder verwerfen oder sich bestätigen lassen. Das hat mir gut gefallen, denn auch im weiteren Verlauf der Story wird klar, dass es nicht die „Guten“ und die „Bösen“ gibt. Vielmehr gibt es auf beiden Seiten Einzelpersonen und Gruppierungen, die nichts Gutes im Schilde führen. Da wäre z.B. Charlie, der Anführer eines mächtigen Hexenclans, der illegale Geschäfte tätigt und nicht davor zurückschreckt, Glory für ihre Zwecke einzuspannen.

Ab ungefähr der Mitte des Buches wird die Handlung ziemlich komplex und man muss aufpassen, um die Intentionen der doch recht vielen Nebenfiguren zu verstehen und deren Handlungen nachzuvollziehen. Die Umsetzung hat gegen Ende auch etwas geschwächelt und ich gestehe, dass ich die Handlung gegen Ende eher überflogen habe, weil ich es etwas langweilig fand.

Eine Liebesgeschichte gibt es übrigens nicht. Es gibt 1-2 vorsichtige Gedankengänge in diese Richtung, aber das ist auch wirklich schon alles.

Witches of London Vom Teufel geküsst konnte mich leider trotz einer recht interessanten Handlung nicht so ganz mitreißen. Vor allem im letzten Drittel schwächelt die Story für mich.